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Ratgeber

QR-Code wird nicht erkannt: Ursachen finden und beheben

Ein QR-Code, der nicht funktioniert, ist selten falsch erzeugt. Meist liegt es am Druck, manchmal am Inhalt, gelegentlich am Handy. Mit drei Fragen lässt sich eingrenzen, wo du suchen musst.

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Erste Frage: Klappt es auf dem Bildschirm?

Öffne die Datei, also das PNG oder SVG, auf dem Computer und scanne sie vom Bildschirm. Das dauert zehn Sekunden und trennt die beiden großen Fehlerquellen:

Wenn es am Druck liegt

Zu klein für den Abstand

Der häufigste Grund überhaupt. Aus zwei Metern braucht ein Code mit 25 Modulen rund 20 Zentimeter, ein dichterer deutlich mehr. Der Größenrechner sagt dir, wie groß dein Code sein muss.

Die Ruhezone ist weg

Der helle Rand von vier Modulbreiten gehört zum Code. Im Layoutprogramm passiert es leicht, dass der Code am Muster statt an der Datei ausgerichtet und der Rand abgeschnitten wird, oder dass eine Überschrift zu nah heranrückt. Das Muster ist dann fehlerfrei und trotzdem unlesbar.

Spiegelung

Hochglanzpapier, Laminierfolie und Glas werfen Lichtflecken, die im Kamerabild ganze Bereiche verschlucken. Ein einfacher Test: Das Handy etwas schräg halten. Klappt es dann, ist es die Spiegelung. Abhilfe schaffen matte Folie oder entspiegeltes Glas.

Gewölbte Fläche

Auf Flaschen, Bechern oder Rohren verzerrt die Wölbung das Muster. Je kleiner der Code im Verhältnis zur Rundung, desto besser. Oder er kommt auf eine flache Stelle, auf das Etikett statt auf die Flasche.

Unscharfer oder verlaufener Druck

Ein kleines PNG, das für den Druck hochgerechnet wurde, hat weiche Kanten. Auf saugendem Papier wie Zeitungs- oder Packpapier läuft die Farbe in die hellen Zwischenräume, die dunklen Module wachsen zusammen. Für den Druck deshalb SVG nehmen, auf saugendem Papier etwas größer drucken und die Fehlerkorrektur eine Stufe höher setzen.

Beim Drucken verkleinert

Die Einstellung „An Seite anpassen“ im Druckdialog skaliert das ganze Blatt, und der Code wird kleiner als geplant. Für Probedrucke immer „Tatsächliche Größe“ oder „100 %“ wählen.

Wenn es am Muster liegt

Helle Module auf dunklem Grund

Scanner erwarten dunkle Module auf hellem Grund. Ein invertierter Code, also hell auf dunkel, ist im Standard zwar erlaubt, aber nicht jeder Scanner kommt damit zurecht, vor allem ältere Geräte und manche Scanner-Apps nicht. Solche Codes funktionieren dann „nur bei manchen“. Unser Generator warnt, wenn die Farben so herum gewählt sind.

Zu wenig Kontrast

Farbige Codes sind möglich, solange der Unterschied deutlich bleibt. Dunkles Petrol auf Creme funktioniert, Mittelgrau auf Beige nicht. Verläufe im Muster und Fotos als Hintergrund bringen fast jeden Scanner aus dem Tritt.

Etwas liegt auf dem Muster

Ein Logo in der Mitte, ein Sticker, ein Knick. Die Fehlerkorrektur fängt einiges ab, aber nicht beliebig viel. Was ein Logo kostet, steht im Artikel über die Fehlerkorrektur.

Zu viel Inhalt

Je mehr Zeichen, desto feiner das Muster. Ab einer gewissen Dichte reicht auch eine gute Kamera nicht mehr. Lange Texte gehören auf eine Webseite, in den Code kommt dann nur der Link.

Kunstvoll gestaltete Codes

Runde Punkte, verzierte Ecken, eingefärbte Bereiche: Solche Codes sehen gut aus, aber jede Abweichung vom quadratischen Modul macht die Erkennung schwerer, vor allem für ältere Geräte. Wenn schon gestaltet, dann ausgiebig auf mehreren Handys testen.

Wenn der Code scannt, aber das Falsche passiert

Was passiertWahrscheinliche Ursache
Es erscheint nur Text statt einer Webseite. Die Adresse steht ohne https:// im Code, manche Scanner halten sie dann für Text. Unser Generator ergänzt das von selbst.
Die Seite existiert nicht. Ein Tippfehler in der Adresse, oder die Seite ist umgezogen. Das Ziel auf dem Handy öffnen, nicht nur erkennen lassen.
Es erscheint eine fremde Seite oder „Code deaktiviert“. Ein dynamischer Code eines Anbieters, dessen Testphase oder Abo abgelaufen ist. Siehe Dynamische QR-Codes.
Das Handy verbindet sich nicht mit dem WLAN. Passwort vertippt, falsche Verschlüsselung gewählt oder der Netzwerkname nicht exakt übernommen. Groß- und Kleinschreibung zählt. Mehr auf der Seite zum WLAN-QR-Code.
Die Banking-App lehnt den Überweisungs-Code ab. Meist eine fehlerhafte IBAN oder ein Konto außerhalb des SEPA-Raums. Unser Generator prüft beides schon beim Tippen. Siehe QR-Code für Überweisungen.
Die Karten-App zeigt den falschen Ort. Im Code steht nur eine Anschrift, und die Suche findet einen anderen Treffer. Mit Koordinaten sitzt der Punkt exakt. Siehe Standort-QR-Code.

Wenn es am Handy liegt

  • Die Kamera erkennt keine Codes. Beim iPhone lässt sich das Scannen in den Einstellungen der Kamera abschalten. Bei Android hängt es vom Hersteller ab, oft steckt die Funktion in den Einstellungen der Kamera-App oder in Google Lens.
  • Die Linse ist verschmiert. Klingt banal, ist aber häufig. Einmal abwischen.
  • Zu nah dran. Handykameras stellen erst ab einigen Zentimetern scharf. Etwas Abstand nehmen hilft öfter als näher heranzugehen.
  • Zu dunkel. Die Taschenlampe hilft, aber nicht bei glänzenden Oberflächen, dort wird sie selbst zur Spiegelung.

Um das Handy als Ursache auszuschließen, hilft ein zweites Gerät. Liest es den Code, liegt es am ersten.

Die Prüfliste vor der Auflage

  1. Probedruck in Originalgröße, mit „100 %“ im Druckdialog.
  2. Mit zwei Geräten testen, einem iPhone und einem Android-Handy, eines davon älter.
  3. Aus dem echten Abstand und bei dem Licht, das am Einsatzort herrscht.
  4. Das Ziel wirklich öffnen und prüfen, ob die richtige Seite erscheint.
  5. Kontrollieren, dass die Ruhezone frei ist und nichts hineinragt.
  6. Die Adresse lesbar neben den Code drucken, für alle, die nicht scannen können oder wollen.

Das kostet eine Viertelstunde. Ein Fehler, der erst nach der Auflage auffällt, kostet die ganze Auflage.

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