Ratgeber
Fehlerkorrektur L, M, Q, H: Welche Stufe wofür?
Jeder QR-Code trägt neben dem Inhalt zusätzliche Prüfdaten. Mit ihnen lässt er sich auch dann noch lesen, wenn ein Teil verschmutzt, zerkratzt oder verdeckt ist. Wie viel davon mitkommt, bestimmt die Stufe der Fehlerkorrektur.
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Was die Fehlerkorrektur macht
Ein QR-Code speichert seinen Inhalt nicht nur einmal. Zu den eigentlichen Daten kommen Prüfdaten, die nach dem Reed-Solomon-Verfahren berechnet werden, demselben Prinzip, mit dem schon CDs Kratzer überstanden. Fehlt beim Scannen ein Teil der Daten oder ist er falsch gelesen, lässt er sich aus dem Rest zurückrechnen.
Der Standard kennt vier Stufen:
| Stufe | Stellt wieder her | Passt für |
|---|---|---|
| L | etwa 7 % | Bildschirme, sehr lange Inhalte |
| M | etwa 15 % | Papier in Innenräumen, Visitenkarten, Flyer |
| Q | etwa 25 % | draußen, Aufkleber auf Maschinen, Werkstatt und Lager |
| H | etwa 30 % | raue Umgebung, Codes mit etwas darauf |
Die Prozente beziehen sich auf die Daten, nicht auf die Fläche. „30 Prozent“ heißt also nicht, dass man ein knappes Drittel des Codes zukleben darf. Dazu unten mehr bei den Logos.
Der Preis: mehr Module
Die Prüfdaten brauchen Platz. Je höher die Stufe, desto mehr Module braucht derselbe Inhalt, und desto größer muss der Code gedruckt werden. So wirkt sich das bei zwei Beispielen aus:
| Inhalt | L | M | Q | H |
|---|---|---|---|---|
| Kurzer Link, 28 Zeichen | 25 | 29 | 29 | 33 |
| Langer Link, 100 Zeichen | 37 | 41 | 49 | 57 |
Beim langen Link braucht Stufe H gut die Hälfte mehr Kantenlänge als Stufe L. Aus einem Meter gelesen sind das nach der Rechnung aus dem Artikel Wie groß muss ein QR-Code sein? knapp 23 statt 15 Zentimeter für das Muster, ohne Ruhezone. Unser Generator zeigt unter der Vorschau an, wie viele Module dein Code hat. Wenn du die Stufe unter „Aussehen“ umstellst, siehst du sofort, was sie kostet.
Welche Stufe wofür
- M ist die richtige Wahl für fast alles, was auf Papier in Innenräumen landet, und deshalb bei uns voreingestellt. Sie verzeiht einen Fleck oder Knick, ohne den Code unnötig aufzublähen.
- Q lohnt sich überall, wo der Code etwas abbekommt: an Maschinen, Regalen, Fahrzeugen, im Außenbereich. Staub, Kratzer und ausbleichende Farbe fressen sich von den Rändern ins Muster.
- H ist für Sonderfälle. Etwa wenn ein Code dauerhaft im Freien hängt und Platz keine Rolle spielt, oder wenn ein Teil bewusst verdeckt wird.
- L passt nur dort, wo nichts beschädigt werden kann, also auf Bildschirmen, und bei sehr langen Inhalten, bei denen jedes Modul zählt.
Eine höhere Stufe gleicht keinen zu kleinen Druck aus. Sie hilft gegen Beschädigung, nicht gegen mangelnde Auflösung. Wird ein Code aus der Entfernung nicht erkannt, muss er größer werden, nicht robuster.
Und Logos in der Mitte?
Viele Codes tragen ein Firmenlogo in der Mitte. Das funktioniert, weil der Scanner die verdeckten Module als Fehler behandelt und sie aus den Prüfdaten zurückrechnet. Es hat aber drei Haken:
- Das Logo verbraucht die Reserve. Die Korrektur ist für alle Schäden zusammen da. Deckt das Logo schon einen guten Teil ab, genügt ein Kratzer oder eine Spiegelung, und der Code ist nicht mehr lesbar.
- Nicht jede Stelle ist gleich. Die drei großen Quadrate in den Ecken und die Taktlinien dazwischen gehören nicht zu den Daten, die Fehlerkorrektur kann sie nicht ersetzen. Ohne sie findet der Scanner den Code gar nicht erst. Bei Codes mit 45 bis 69 Modulen je Seite sitzt außerdem genau in der Mitte ein kleines Ausrichtungsmuster, das dem Scanner hilft, schräg gehaltene Codes zu entzerren.
- Die Prozente sind keine Fläche. Wie viel Fläche ein Logo verdecken darf, hängt davon ab, wie die Daten im Muster verteilt sind. Das lässt sich von außen nicht ablesen.
Wer trotzdem ein Logo in den Code setzen will: Stufe H wählen, das Logo so klein wie möglich halten, als grobe Orientierung höchstens ein Zehntel der Fläche, mit hellem Rand darum. Dann auf mehreren Geräten testen, auch auf älteren. Die robustere Lösung ist fast immer, das Logo neben den Code zu setzen statt hinein.
qrmacher.de bietet deshalb bewusst keine Logos im Code an. Sie senken die Lesbarkeit, und die Codes scheitern dann dort, wo man es am wenigsten merkt: im Druck, nach Wochen, bei schlechtem Licht.
Beim Überweisungs-Code ist die Stufe festgelegt
Für Überweisungs-Codes, auch GiroCode oder EPC-QR-Code genannt, schreibt der Standard des European Payments Council die Stufe M vor. Unser Generator stellt sie deshalb fest ein, sobald du die Art „Überweisung“ wählst. Mehr dazu auf der Seite zum QR-Code für Überweisungen.
Kurz gesagt
- M für Papier drinnen, das ist fast immer richtig.
- Q für draußen und für alles, was angefasst, bekratzt oder verschmutzt wird.
- H nur mit gutem Grund, und dann größer drucken.
- Eine höhere Stufe ersetzt keine ausreichende Größe.
- Vor dem Druck testen, erst recht mit Logo.